Als leidenschaftliche Kaffeetrinkerin war der Frust in meiner zweiten Schwangerschaft groß: Ich vertrug ihn nicht. Doch koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft geht doch, oder?

Hoher Puls, Kreislaufprobleme und Atemnot: Nach jeder Tasse Kaffee zeigte mir mein Körper mit eindeutigen Symptomen, dass er Kaffee nicht möchte.

Mir war klar, dass ich wohl zügig auf koffeinfreien Kaffee in der Schwangerschaft umsteigen müsse. Somit probierte ich mich durch diverse Sorten, fand auch ganz nette entkoffeinierte Alternativen, doch komischerweise vertrug ich die auch nicht so richtig. Ich bekam weiterhin diese komische Luftnot.

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Aber fangen wir mal von vorne an: 

Was ist eigentlich das Problem an Kaffee in der Schwangerschaft?

Tatsächlich ist noch nicht vollständig geklärt, inwiefern das Koffein im Kaffee (das gilt übrigens auch für Cola, Eistee, Schwarztee etc.) Schaden bei deinem Baby hervorrufen kann. Aber klar ist, dass der Kaffee eine ähnliche Wirkung auf das Ungeborene hat wie bei dir: 

  • Puls- und Herzschlag erhöhen sich
  • Unruhe tritt auf, Ungeborenes kann nicht schlafen
  • Überstimulation des Nervensystems möglich
  • Wachstumsverzögerungen können auftreten
  • Risiko einer Fehlgeburt kann sich erhöhen

Viele Experten sprechen davon, dass 1-2 Tassen Kaffee am Tag unbedenklich sind. So habe ich mich auch in der ersten Schwangerschaft daran gehalten und mir zumindest in den Morgenstunden meine geliebte Tasse Kaffee gegönnt.

Doch jetzt habe ich keine Chance. Mein Körper möchte nicht. Und damit bin ich nicht alleine. Schwangere berichten zudem davon, dass sie Magenprobleme bekommen, Kaffee nicht mehr riechen können oder er ihnen plötzlich nicht mehr schmeckt. Wenn dein Körper Kaffee so ablehnt, dann lass ihn bleiben.

Koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft als Alternative?

Natürlich war es sehr naheliegend, meine Tasse einfach einfach entkoffeinierten Kaffee zu ersetzen. Den darfst du tatsächlich so viel trinken wie du magst. ABER: Zwei Dinge störten mich.

  1. Geschmacklich war oftmals wenig rauszuholen. Die gewöhnlichen Sorten aus dem Kaffeeregal im Supermarkt waren echt ein Witz: wässrig oder schmeckten einfach “alt”. Sie gaben mir nicht viel. Zudem war die Auswahl oft sehr begrenzt.
  1. Las ich immer mehr darüber, wie schädlich die Verfahren zur Entkoffeinierung der Kaffebohnen sind. Viele herkömmliche Sorten enthalten – je nach Verfahren – chemische Lösungsmittel, die auch als krebserregend gelten. Also etwas, das ich mir in der Schwangerschaft ebenfalls nicht geben wollte.

Doch ich kann dir hier zwei Sorten empfehlen, die ein Bio-Siegel tragen und dementsprechend sanft entkoffeiniert wurden und geschmacklich gut sind:

Einen sehr milden Bio-Kaffee mit sanften Aroma wäre der Lebensbaum Bio Gourmet Kaffee, entkoffeiniert, gemahlen (1 x 250 g): https://amzn.to/3Mb3rPt *

Zudem kann ich den koffeinfreien Kaffee von Alnatura sehr empfehlen, auch noch sehr mild, aber hat etwas mehr Wumms: Alnatura Bio Röstkaffee entkoffeiniert, gemahlen, 250 g: https://amzn.to/3Oq4ahd *

Gibt es Alternativen zu koffeinfreier Kaffee in Schwangerschaft?

Ja. Die gibt es. Ich muss gestehen, dass ich jetzt zum Ende der Schwangerschaft wirklich völlig weg bin von richtigem Kaffee – auch den entkoffeinierten Sorten. Ich probierte mich nämlich durch gänzlich andere Alternativen und fahre damit jetzt sehr gut. 

Malzkaffee

Auch bekannt als Kinderkaffee: Malzkaffee ist ein Getreidekaffee, der aus Gerste hergestellt wird. Das Malzpulver wird mit heißem Wasser oder heißer Milch aufgegossen und sieht richtigen Kaffee tatsächlich sehr ähnlich.

Ja, der Geschmack ist anders, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt.

Ich trinke ihn aufgegossen mit Wasser, getoppt mit etwas Hafermilchschaum und ist so mittlerweile aus meiner Morgenroutine kaum wegzudenken.

Mein Baby im Bauch und ich scheinen den Malzkaffee gut zu vertragen. Zudem fühle ich mich so gesund, weils irgendwie so öko ist.

Ich trinke am liebsten den von Alnatura, den ich hier leider nicht verlinken kann. Hier ist eine alternative Sorte: https://amzn.to/3QJjzLI *

Rohen Kakao statt Kaffee in der Schwangerschaft

Boah, diese Zuckerbomben! denkst du jetzt? Nein, von den gezuckerten Kakaosorten aus dem Supermarktregal kann ich dir auch nur abraten. Zu viele Kalorien, zu ungesund. Aber: Es gibt Ritual-Kakao, der so heißt, weil er gern zu spirituellen Zeremonien getrunken wird. Dieser besteht aus ungesüßten, natürlichen, rohen Kakaobohnen. Ist somit deutlich schokoladiger. Allerdings fehlt tatsächlich die Süße – er ist leicht bitter.

Die Süße kannst du beispielsweise mit Agavendicksaft oder Ahornsirup selbst hinzugeben. Eine Tasse heißen Kakao gibt eine sehr gemütliche Stimmung – perfekt also für die Herbst- und Wintermonate.

Und das Beste: Der rohe Kakao ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Er steckt voller Vitamine und Mineralstoffe, die dir in der Schwangerschaft zu Gute kommen.

Aufgrund seiner koffein-ähnlichen Wirkung solltest du dich aber auch hier an 1-2 Tassen am Tag halten.

Du kannst diesen hier probieren: Kakao Pulver Bio 1 Kg. Natürlich, Rein aus de Roh Kakaobohnen von NaturaleBio: https://amzn.to/3QJjzLI *

Chai Latte in der Schwangerschaft

Der Chai Latte ist ein Tee-Getränk, das mit vielen Gewürzen wie Kardamom, Zimt, Ingwer, Fenchel, Anis, Nelken und Milch zubereitet wird.

Mir schmeckt er als Kaffee-Alternative sehr gut. Für mich purer Genuss!

Da ich den Geschmack aber sehr intensiv und besonders finde, gönne ich ihn mir meistens eher mal am Wochenende als täglich.

Ich gieße mir dafür den Chai Latte mit ordentlich Hafermilchschaum auf.

Auch hier gilt: Einen Chai Latte in der Schwangerschaft solltest du auf 1-2 Tassen am Tag beschränken. Zum einen enthält je nach Teesorte auch der Chai Latte entsprechend Koffein (Teein). Zudem wirken manche der Kräuter in hohem Maße anscheinend wehenfördernd – dies gilt aber wirklich nur, wenn du sehr viel davon zu dir nimmst.

Es gibt wirklich sehr viele Chai Latte-Sorten, da brauchst du nicht lange suchen und kannst dich rumprobieren. Richtig köstlich finde ich den von David Rio mit Extra-Vanilla. Brauchst du nur mit Wasser und deinem gewünschten Milchschaum aufgießen:

David Rio Chai Elephant Vanilla aus San Francisco, Pappwickeldose (1×398 g): https://amzn.to/3O9sVhX

Fazit: Tipps für koffeinfreien Kaffee in der Schwangerschaft

Egal, ob du dich jetzt für entkoffeinierte Varianten oder die neuen köstlichen Alternativen entscheidest, wichtig war für mich, dass ich die Tasse „Kaffee“ am Ende wirklich genießen kann.

Dazu zählt, dass ich mir einen richtig schönen Kaffee-/Tee-/Kakao-Moment gestalte. Mir also meine Lieblingstasse dafür nehme, mir einen ruhigen Platz suche und dann diese Tasse wirklich genieße!

Für mich macht genau eine Zitat den großen Unterschied: Das ist Milchschaum. Ich trinke selbst keine Kuhmilch mehr, daher nehme ich Hafermilch. Das musst du natürlich nicht genauso machen. Doch dieses Gefühl von frischem Milchschaum ist letztendlich das, was für mich diesen Kaffee-Moment besonders und schön macht – und warum mir eine Tasse Kräutertee im Gegenzug einfach nichts gibt.

Koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft – kein großes Problem mehr, oder? Berichte mal, für was du dich entschieden hast!

Foto von Larissa Farber