Prekäres Thema – Klartext für alle Ladies! Erfahre hier, wie sich die Vagina nach der Geburt wirklich verändert. 

Puh, ich habe so oft drüber nachgedacht: Soll ich wirklich darüber schreiben? Da ich mit Freundinnen, Kolleginnen oder auch einfach nur Bekannten relativ offen und auch sehr gerne über das Thema Schwangerschaft und Geburt spreche, dauert so ein Gespräch nicht lange und ich werde gefragt, wie denn die Vagina nach einer Geburt aussieht. Wie sie sich verändert. Und ob noch alles „so funktioniert wie vorher“. Jetzt versuche ich, die Frage so ehrlich wie möglich hier zu beantworten. 

Etwa zu weit für guten Sex?

Hinter der Frage steckt in den meisten Fällen die Annahme und auch Sorge, dass wir Frauen möglicherweise nach einer Geburt nicht mehr eng genug für unseren Partner sein könnten und so der Spaß am Sex verloren geht. Am liebsten würde ich die Frage so beantworten, dass es nach der Geburt ganz andere Herausforderungen gibt als die Optik untenrum oder der fantastische Sex mit dem Partner. Aber klar, auch ich habe mich das insgeheim bei meiner Schwangerschaft damals gefragt. Wie es denn so sein wird. Danach. 

Dennoch muss ich jetzt zugeben: Es ist traurig, dass Frauen die große Sorge haben, der Partner könnte einen nach der Geburt nicht mehr attraktiv finden oder kein Spaß mehr mit seiner Auserwählten haben. Du trägst da gerade ein Wunder aus. Euer gemeinsames Wunder. Das ist so schön, dass du darauf unglaublich stolz sein kannst. Alles andere ist zweitrangig. Und eben eigentlich auch frauenfeindlich.

Wie verändert sich die Vagina nach Geburt?

So, Jessica, jetzt aber mal raus mit der Sprache: Wie siehts denn jetzt nun untenrum aus nach der Geburt. Ich kann euch da sehr beruhigen. Ja, durch die Vagina kommt dein Baby durch, weshalb sie sich während der Geburt wirklich extrem weiten muss. Das zeigt noch einmal mehr, welch Wunderkörper wir Frauen besitzen. Dennoch dauert dieser Vorgang der Geburt nur wenige Stunden. Der Moment, in dem das Baby wirklich durch die Vagina das Licht der Welt erblickt, dauert nur einige Minuten.

Es handelt sich dabei also nicht um eine dauerhafte Dehnung und es dauert auch keine zwei Stunden bis nicht mehr ansatzweise zu erkennen oder überhaupt vorstellbar ist, dass dort tatsächlich ein Baby durch gepasst hat. Nach etwa knapp zwei Monaten besteht zudem anatomisch auch kein Unterschied mehr der Vagina einer Frau, die bereits entbunden hat und einer Frau, die das (noch) nicht erlebt hat. Du kannst also schon mal erleichtert sein!

Geburtsverletzungen an der Vagina

Während der Geburt kann es jedoch zu Geburtsverletzungen kommen, wie einem Dammriss oder Wunden an den Schamlippen, die in den meisten Fällen genäht werden müssen. Auch hier fragen sich Frauen dann, ob da wieder alles so wird wie vorher. Ja, wird es! Die Vulva ist ein sehr gut durchbluteter Schleimhautbereich, in dem Verletzungen glücklicherweise sehr schnell verheilen. Bereiten einem die Verletzungen direkt nach der Geburt noch Beschwerden, so sind diese oft nach wenigen Tagen bereits wieder vergessen. Es verheilt alles wirklich erstaunlich schnell und gut.

Was nach der Geburt deine Unterstützung braucht: Dein Beckenboden

Doch es wäre ja zu schön, wenn alles auf jeden Fall so wird wie vorher, oder? Einen Dämpfer habe ich. Nämlich hat dein Beckenboden während der Schwangerschaft eine Meisterleistung verbracht und eine prall gefüllte Gebärmutter mit Fruchtwasser, Plazenta und Baby getragen – über viele Monate wurde diese immer schwerer. Ich sags ehrlich: Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser für uns unsichtbare Muskel etwas ausgeleiert ist und Training erfordert, um wieder in Topform zu kommen.

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Beckenboden wichtiger für den Sex als Vagina

Aber Jessica, den Beckenboden sieht mein Partner doch gar nicht. Ganz genau. Aber er spürt ihn – und zwar vor allem, wenn er richtig gut in Form ist. Das ist nach einer Geburt leider meistens nicht der Fall. Nicht selten kommt es bei Frauen sogar zu einer leichten Inkontinenz, wie beispielsweise beim Husten. Einem instabilen Gefühl in der Körpermitte. Und ja, auch ein Weitheitsgefühl beim Sex.

Wie fit dein Beckenboden nach der Geburt ist, kannst du ganz leicht testen, indem du auf der Toilette einmal versuchst, deinen Urinstrahl anzuhalten. Was so selbstverständlich klingt, ist für viele Frauen nach der Geburt plötzlich nicht mehr  möglich. (Keine Trainingsübung!) 

Außerdem kannst du auch anhand deines Fingers selbst testen, wie viel Kraft dein Beckenboden auf diesen ausüben kann. Muss ich nicht näher erläutern, oder? Für den Beckenboden kannst(musst!) du so einiges tun. Ein guter Start ist der Besuch eines Rückbildungskurses – wirklich sehr empfehlenswert, wenn Frau wirklich verstanden hat, warum sie diesen mitmacht. Leider ist das Thema Beckenboden nach dem Rückbildungskurs noch nicht durch – regelmäßig ein paar Übungen im Alltag und das Ding wird wieder hart wie Stahl!

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Trockenheit der Vagina nach der Geburt

Und noch ein weiteres Thema beschäftigt dich nach der Geburt eventuell: Scheidentrockenheit. Denn aufgrund der heftigen hormonellen Umstellung nach der Schwangerschaft kommt es nicht selten zu einer Austrocknung der Schleimhäute. Deine Vagina juckt und brennt dann oft fürchterlich, was viele Frauen nach der Geburt in den Wahnsinn treibt und natürlich die Lust auf Sex deutlich schmälern kann. Glücklicherweise gibt es dafür viele kleine Hilfsmittel in der Apotheke, die wirklich sehr schnell wirksam sind. Und natürlich solltest du deine Hormonbalance im Blick behalten.

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Fazit: Vagina nach der Geburt – alles ok

Du brauchst dir um die Beschaffenheit deiner Vagina nach der Geburt wirklich keine Sorgen machen – sie wird so wie vorher. Wir Frauen sind unglaublich dehnbar. Dennoch kann dich nach der Geburt die eine oder andere Beschwerde in deiner Intimregion beschäftigen. Doch Wissen ist Macht. Es gibt für alles eine Lösung. Und dein Partner? Der wird so unglaublich stolz auf dich sein, was du unter der Geburt geleistet hast. Kümmere dich um deinen Beckenboden – aber eben für dich und deine Gesundheit. Nicht für ihn 😉

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