Oha, der Test ist also positiv! Du bist frisch schwanger, hast direkt tausend Gedanken in deinem Kopf, bist aber zugleich völlig überfordert. Daher einmal für dich sortiert die wichtigsten Punkte!

Herzlichen Glückwunsch – du bist ganz frisch schwanger! Das sind wunderschöne Neuigkeiten. Bitte freue dich, das ist ein riesiges Wunder! Aber ich kenne das Gefühl: Du freust dich zwar, kannst es aber gleichzeitig nicht so richtig glauben. Schon jetzt in der Frühschwangerschaft plagen dich diverse Ängste und tausend Fragen. Mein Arztbesuch war dann auch sehr ernüchternd, denn statt Freude bekam ich erst einmal etliche Verbote. Ist das denn wirklich so? Ein bisschen schon, ehrlich gesagt. 

Frisch schwanger: Nimm dir Zeit!

Da sind plötzlich die zwei Striche auf dem Schwangerschaftstest und der Alltag geht einfach weiter? Mein persönlicher Herzenstipp für dich: Nimm dich ein wenig raus. Sage einfach mal ein paar Verabredungen ab, mach pünktlich Feierabend oder zieh dich ein Wochenende zurück. Nicht weil du dich jetzt schon so heftig schonen solltest. Quatsch, vermutlich sprudelst du auch vor Glückshormonen. Zurückziehen ist wichtig, um dieser winzig kleinen Neuigkeit den Raum zu geben, den sie verdient. Verarbeite das erst einmal. Freu dich. Lass deinen Gedanken platz. Schau dich im Spiegel an. Denn ja: Du bist schwanger – in dir wächst ein neues Leben! Und ganz ehrlich: Du brauchst auch ein bisschen Zeit dafür, um gerade zu Beginn ein wenig rumzugooglen, was Schwangersein eigentlich bedeutet. Deswegen liest du jetzt auch diesen Artikel, richtig? 😉

Denn es ist deine erste Challenge als Mutter: Du trägst nicht nur ein Mohnsamen-großes Embryo in dir, sondern auch die Verantwortung, das es diesem in dir gut geht!

In Schwangerschaft tabu: Alkohol & Nikotin adé!

Wohl eines der Dinge, die so gut wie jeder Frau klar sind, aber manchmal nicht klar genug. Alkohol und Nikotin sind Gifte, die wirklich deinem Baby schaden können. Ab dem positiven Test trinkst du bitte keinen Alkohol mehr. Auch nicht das Glas Sekt zu Silvester oder das kühle Bier am lauen Sommerabend. Nein! Einfach nein! Genauso die Kippe. So schwer es dir vielleicht fällt, aber mit dem Rauchen hörst du ebenfalls direkt auf. Du gefährdest damit die Schwangerschaft und schadest dem Baby!

Frisch schwanger: Wann zum Arzt?

Hältst du den positiven Test in der Hand, darfst du bereits in deiner Frauenarztpraxis anrufen und einfach einen Termin vereinbaren. Die wollen dann wissen, wie weit du bist oder alternativ: Den Startpunkt deiner letzten Periode oder den Eisprung-Termin, wenn du diesen denn kennst. Daraufhin werden sie dir einen Termin vorschlagen. Vermutlich bist du überrascht: Was? So spät? Die meisten Termine werden dann für die 6. bis 8. Schwangerschaftswoche vergeben. Das ist auch total sinnvoll, weil vorher auf dem Ultraschall noch nicht viel sichtbar sein wird. In der Zeit beginnt zudem das Herzchen zu schlagen. Ein atemberaubender Moment. Und auch ein sehr wichtiger, denn der sichtbare Herzschlag ist auch aus medizinischer Sicht ein Meilenstein. Das Risiko einer Fehlgeburt sinkt ab dann nochmal enorm. Daher ist es gar nicht so sinnvoll, einen der seltenen Termine zu früh zu legen. Du brauchst also etwas Geduld bis zum ersten Arzttermin. Obwohl manche Ärzte tatsächlich auch schon frühzeitig die Schwangerschaft bestätigen. Du machst in jedem Fall nichts falsch, wenn du direkt in der Praxis anrufst. 

Entspannung & Schlaf in der Schwangerschaft

Aber ich bin doch nicht krank, sondern nur schwanger? Das sind alte Glaubenssätze, die du direkt über Bord werfen kannst. Es wird dich leider nur frustrieren, wenn du feststellst, dass du nicht so weitermachen kannst wie bisher und permanent an deine Grenzen stößt. Dein Körper verbringt in den nächsten Wochen wirklich Höchstleistungen. Stress wirkt sich in der gesamten Zeit der Schwangerschaft, aber insbesondere in der Frühschwangerschaft aufgrund der heftigen Hormonumstellung, leider negativ auf deinen Zustand aus. Daher freue dich darauf, dir bewusst etwas mehr Zeit für dich einzuräumen. Und mach das auch wirklich! Meide zudem krass körperliche Anstrengungen, bei denen du direkt merkst, dass sie dir nicht gut tun. Und achte vor allem auf ausreichend Schlaf!

Frisch schwanger, was darf ich (nicht) essen?

Essen ist in der Tat etwas schwierig – besonders, wenn du es nicht selbst zubereitest. Merke daher: Lebensmittel sollten immer extrem gut gewaschen sein und/oder gut gekocht, um Keimlinge auszuschließen. Es geht also weder das blutige Steak, Sushi noch Salat vom offenen Salatbuffet oder abgepackt – du kannst leider nie sicher sein, dass es wirklich gut gewaschen ist. Ebenso solltest du unpasteurisierte Milchprodukte, Käse aus Rohmilch oder rohe Eier (Tiramisu!) vom Speiseplan streichen. Es geht dabei nicht um ein bisschen Schmutz, sondern um Infektionen wie Toxoplasmose, Listeriose oder Erreger für Magen-Darm-Erkrankungen, die dir unschwanger vielleicht nichts ausmachen, aber in deinem schwangeren Zustand leider wirklich schwerwiegende Folgen haben können. Auch wenn das Risiko teilweise sehr gering ist, willst du es wirklich eingehen? 

Leidest du bereits unter Schwangerschaftsübelkeit? Dann gibts hier meine Tipps.

Wann Schwangerschaft verkünden?

Wann sag ichs meinem Partner? Meiner Mutter? Meiner besten Freundin? Meinem Chef? Puh, erstmal durchatmen und selbst verarbeiten. Dein Partner darf natürlich als erstes davon erfahren und das auch gern so schnell wie möglich. Dein Chef muss es noch nicht erfahren, es sei denn du arbeitest stark körperlich oder in einem Beruf, in dem du dich schnell mit Viren anstecken kannst, beispielsweise als Erzieherin oder im Krankenhaus. Für dich gibt es eventuell direkt Beschäftigungsverbot. Für alle anderen: Warte mindestens bis das Herzchen schlägt. Viele wählen den Zeitpunkt um die 13. Woche, wenn sich alle Organe entwickelt haben und die Schwangerschaft als recht sicher gilt. Dann beginnt auch langsam dein Bäuchlein zu wachsen. Allen anderen darfst du es natürlich erzählen, wann immer du möchtest und dich wohl damit fühlst. 

Frisch schwanger: Risiko Fehlgeburt

Noch ganz frisch schwanger, plagt dich bereits die Angst, das Baby könnte nicht bleiben? Vorweg zur Beruhigung: Die Wahrscheinlichkeit, dass du ein gesundes Baby zur Welt bringen wirst, ist deutlich höher als das Risiko einer Fehlgeburt. Dennoch bleibt die Angst, ich weiß. Sie gehört dazu. Und du willst ja die Zahlen: Etwa jedes vierte Baby geht ab, bevor ein Herzschlag entsteht. Ab Herzschlag sind es nur noch 10-15 Prozent. Ein Ziehen in den Leisten bedeutet nicht, dass etwas nicht stimmt. Es sind die Mutterbänder, die sich jetzt dehnen müssen. Deine Gebärmutter braucht nämlich Platz. Siehst du jedoch frisches Blut in deinem Slip, fährst du IMMER direkt zum Arzt oder am Wochenende in die Notaufnahme. Es muss nichts heißen. Manchmal reißen auch einfach aufgrund der Spannung Blutgefäße. Es sollte jedoch schnellstmöglich abgeklärt werden. 

Jetzt sofort: Hebamme suchen

Du zögerst noch, ob du wirklich eine brauchst? Du brauchst sie! Zudem zahlt die Krankenkasse die Betreuung – es ist also dein gutes Recht, eine Hebamme zu nutzen. Fang bitte direkt an zu suchen, denn leider existiert ein deutschlandweiter Hebammenmangel und nicht jede Frau kann sich eine Betreuung sichern. Eine Hebamme betreut dich sowohl in der Schwangerschaftsvorsorge (Einzeltermine oder parallel zum Frauenarzt) sowie in der Nachsorge. Heißt, sie kommt dann zu dir nach Hause, wenn du frisch mit dem Baby da bist. Sie checkt sowohl dich als auch das Baby, ob alles ok ist. Glaub mir, Hebammen sind echte Engel und du (und auch dein Partner) wirst für ihre Hilfe sehr dankbar sein. 

Sport treiben in Frühschwangerschaft?

Viele Frauen fragen sich, ob sie ihren Sport weitermachen dürfen. Jein. Du darfst weiterhin Sport treiben, du wirst aber schnell merken, dass deine Leistung nachlässt. In deinem Körper wird neues Blut transportiert und den Sauerstoff brauchst du jetzt für zwei. Daher: Übernimm dich nicht! Taste dich langsam ran und treibe nur soviel Sport, wie es für dich angenehm ist. Zudem solltest du auf Extremsportarten mit viel schwerem Gewicht oder vielen Sprüngen tatsächlich eher vermeiden (Beckenboden!). 

Finger weg vom Katzenklo!

Du hast eine Katze? Ob du die Toilette weiterhin säubern darfst, hängt ein wenig davon ab, ob du bereits gegen Toxoplasmose immun bist. Dies wird beim Arzt direkt in der Frühschwangerschaft getestet (meist auf eigene Kosten). Der Erreger Toxoplasmose wird mit dem Kot der Katze ausgeschieden. Denk also auch daran, dich auch nicht von deiner Katze ablecken zu lassen. So oder so empfehle ich eine starke Händehygiene während der Schwangerschaft – aber das sind wir seit Corona ja sowieso alle gewohnt. 

Vorsicht: Medikamenteneinnahme!

Tatsächlich sind die meisten Medikamente in der Schwangerschaft tabu, dazu zählen auch viele gängige Schmerztabletten. Besprich das in deinem individuellen Fall bitte mit deinem Arzt. Wichtig ist erstmal, dass du nicht einfach alle Tabletten völlig unbedacht zu dir nimmst. 

Sind Beauty-Treatments erlaubt?

Haare färben und Nagellack: Starke chemische Stoffe können durch die Haut oder durch das Einatmen in die Blutbahn gelangen und somit auch zum Baby. Viele Frauen verzichten dennoch nicht auf ihren Friseurbesuch oder das Nagelstudio. Zugegeben: Aufgrund der geringen Mengen gilt das Risiko als sehr gering. Dennoch ist es wichtig, dass du das zukünftig bedenkst und vielleicht etwas vorsichtiger im Umgang mit diesen Produkten und Behandlungen bist. 

Zu guter Letzt: Kaffee!

Fast vergessen: Kaffee enthält Koffein, auf den du in der Schwangerschaft deutlich empfindlicher reagierst und im Zweifel sogar nachts wach liegst, obwohl die letzte Tasse doch schon etliche Stunden her ist. Die allgemeine Empfehlung besagt, dass ein bis zwei Tassen am Tag okay sind. Ganz ehrlich: Mein Herz raste bereits nach einer Tasse total, weshalb ich es bei einer halben Tasse pro Tag belassen habe. Ein bisschen gemein, da die Schwangerschaftsmüdigkeit ja auch nicht zu unterschätzen ist. Koffein gilt als einer der Faktoren, die das Wachstum des Embryos hemmen können. Daher: Lieber verzichten (gilt auch für Cola, Energydrinks & Co).

Ich weiß: Das waren jetzt relativ viele Dinge, die du beachten solltest, die für dich vermutlich neu sind und erneute Panik in dir hochkommen lassen. Sorry, so ist das alles nicht gemeint. Sieh es gern als Hilfestellung an und denk immer daran, wofür du das alles machst. Für dein Baby! Das größte Glück auf Erden. 

Ich wünsche dir alles Gute!

Übrigens: Mein Tipp für das beste Buch für Schwangere:
Guter Hoffnung – Hebammenwissen für Mama und Baby: Ganzheitliche Begleitung (Amazon-Link*)

Foto: Ignacio Campo via Unsplash