Jede Schwangerschaft ist eine Belastungsprobe fürs Bindegewebe. Um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen oder zu entfernen, kannst du jedoch etwas tun.

Nicht nur der Bauch nimmt so eine Größe an, die man selbst nie für möglich gehalten hätte. Durch Gewichtszunahme, Milchproduktion oder Wassereinlagerungen wird auch die Haut an anderen Körperregionen auf eine Zerreißprobe gestellt – im wahrsten Sinne des Wortes. Aufgrund meiner genetischen Veranlagung war ich von Beginn meiner Schwangerschaft an sehr besorgt darüber, wie mein Körper wohl nach den zehn Monaten aussehen wird. Frühzeitig habe ich mich informiert, was ich tun kann, um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Das Ergebnis: nahezu streifenfei. Ob meine Mittel geholfen haben oder es auch so ohne Streifen aus der Schwangerschaft geschafft hätte – wir werden es nie herausfinden. Dennoch interessiert dich vielleicht, was ich getan und verwendet habe. Doch erstmal von vorne. 

Was sind Schwangerschaftsstreifen?

Bei Schwangerschaftsstreifen handelt es sich um sichtbare Erscheinungen in der Haut, die durch die starke Dehnung des Bindegewebes auftreten und im Laufe der Schwangerschaft entstehen können. Bei manchen Frauen zeigen sich die ersten Streifen, die eine blassweiße bis zu rotbläuliche Farbe annehmen können, bereits im zweiten Trimester. Andere bemerken sie erst kurz vor der Geburt. Da es sich um echte Risse in der Unterhaut (Subcutis) handelt, sind Schwangerschaftsstreifen irreparabel, d.h. sind sie einmal da, verschwinden sie leider nicht mehr – auch nicht nach der Schwangerschaft. Für gewöhnlich treten sie am stark wachsenden Bauch auf. Aber auch die Brüste, Oberschenkel, der Po oder die Oberarme sind nicht selten von den Dehnungsstreifen betroffen. 

Wie kannst du Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?

Es gibt eine Reihe von Tipps, die dabei helfen können, die Haut auf die starke Belastung vorzubereiten und so vorzubeugen, dass Schwangerschaftsstreifen entstehen können. Da das Gewebe unter der obersten Hautschicht betroffen ist, sind vor allem Maßnahmen empfehlenswert, die wortwörtlich unter die Haut gehen. Ich habe folgende Tipps befolgt, die sich für mich richtig angefühlt haben und zur Routine geworden sind:

  • Gesunde Ernährung: Insbesondere viel frisches Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte tragen dazu bei, das Bindegewebe zu unterstützen und zu erhalten. Eine Vitamin C-reiche Ernährung mit z.B Zitrusfrüchten oder Paprika unterstützt nicht nur die Abwehr, sondern auch die Bildung von Collagen und vitalisiert die Haut. Glücklicherweise hatte ich in meiner Schwangerschaft viel Appetit auf frisches Gemüse und konnte mich dadurch tatsächlich insgesamt recht ausgewogen ernähren.
  • Viel, viel Wasser trinken: Es ist nichts neues, dass 2-3 Liter am Tag der Haut ungemein dabei helfen, mit ausreichend Flüssigkeit versorgt zu sein und dadurch elastischer zu werden. Ich glaube, das ist einer der wichtigsten Punkte für ein starkes Bindegewebe.
  • Wechselduschen: Es gehört etwas Mut dazu und für den einen ist es gar nichts, schon morgens im Wechsel eiskaltes Wasser im Wechsel mit warmen Wasser über den Körper zu brausen. Hat mich anfangs viel Überwindung gekostet, wurde aber schnell zur Routine und hat mir irgendwann auch richtig gut. Wach ist man danach nämlich auch.
  • Durchblutung fördern: Alles andere, was ebenfalls die Durchblutung fördert, kann deiner Haut ebenfalls dabei helfen, die starke Dehnung unter der Schwangerschaft besser zu ertragen: Massagen per Hand oder mit Bürsten, Noppenbälle, Zupfen o.ä. Aber auch Sport, den du in der Schwangerschaft gut ausüben kannst. 

Das Wichtigste: Je früher, desto besser. Mehr ist hier tatsächlich mehr. Fang damit nicht erst an, wenn der Bauch schon so groß ist, dass du deine Füße nicht mehr sehen kannst. Beginne bereits im ersten Trimester damit, deinem Bauch viel Liebe und Pflege zu schenken.

Test: Bürste gegen Schwangerschaftsstreifen

Nachdem ich mir zuerst eine einfache Körperbürste im Drogeriemarkt aus einem Plastik-Gummimix gekauft hatte, brauchte ich aufgrund von Schimmelbildung schon nach kurzer Zeit eine neue. Ich habe dann diese hier mit Naturborsten bestellt. Die weichen Haare fühlen sich auf der Haut sehr angenehm an, nicht zu hart für den empfindlichen Babybauch. Dazu liegt sie sehr gut in der Hand. Wichtig ist, dass die Haut bei dieser Körperbürste trocken sein sollte. Statt für den Schwangerschaftsbauch, den ich nicht mehr habe, nutze ich sie mittlerweile gegen meine Cellulite-Schenkel 🙂

Mit etwa 15 Euro ist sie vom Preis her auch echt ok: https://amzn.to/3V57BgV *

Kann man mit Creme oder Öl Schwangerschaftsstreifen vorbeugen? 

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass es wissenschaftlich nicht nachweisbar ist, dass Produkte gegen die Bildung von Schwangerschaftsstreifen hilfreich sind. Dermatologen tendieren zu nein, da die Risse in der Unterhaut entstehen und da Öle und Cremes gar nicht hinkommen. Mir war das persönlich egal. Ich wollte um jeden Preis alles tun und mich nicht hinterher ärgern, dass ich es nicht mal versucht habe. Nahezu täglich habe ich geölt oder gecremt. Und meine Erfahrungen zeigen: Obwohl meine Veranlagung mir heftige Schwangerschaftsstreifen prophezeit hat, sind am Bauch bei mir keine entstanden.

Er hat sich sogar sehr schnell hervorragend zurückgebildet – zu meinem großen Glück. Es ist nichts zu sehen. Wahnsinn! Allerdings habe ich an der Hüfte, am Po und an den Oberschenkeln kleine Dehnungsstreifen davongetragen. Was soll ich sagen? Diesen Stellen hatte ich beim Cremen und Ölen sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ich kann mit den Rissen zwar besser leben, als ich es vorher gedacht hätte, aber ich ärgere mich schon, dass ich sie nicht auch täglich mit gepflegt habe. Zugenommen hatte ich in der Schwangerschaft übrigens 14 Kilo, also ganz normal und nicht übermäßig. 

Welches ist das beste Öl? Meine Erfahrung.

Ich würde also jeder Frau, die Sorge vor Schwangerschaftsstreifen hat, dazu raten, sich ihren Bauch und weitere Stellen regelmäßig zu ölen. Schaden anrichten kann es nicht – außer im Portemonnaie. Aber es gibt auch viele gute und preisgünstige Produkte. Darüber hinaus ist das Einölen oder Cremen das Babybauchs für mich ein sehr schönes Ritual geworden. Entweder um selbst in Kontakt mit dem Baby zu treten oder dem Partner die Chance zu geben, sich intensiv mit dem wachsenden Babybauch zu beschäftigen. Darüber hinaus pflegen Öle die strapazierte Haut wunderbar. Ist sie zu trocken, fängt so ein Bauch mal schnell an, sehr unangenehm zu jucken.

Da ich als Redakteurin bei einem Frauenmagazin sehr viele verschiedene Öle und Cremes einem Test unterziehen durfte, möchte ich dir gern meine drei gekürten Top-Favoriten vorstellen.

Test: Weleda Pflege-Öl gegen Schwangerschaftsstreifen

Von diesem Öl habe ich drei oder vier Flaschen verbraucht. Es ist so gut! Es verteilt sich optimal auf den großen Bauch, zieht schnell ein und riecht angenehm – etwas kräuterig. Kein fettiger Film auf der Haut. Zahlreiche Öl-Sorten wie Mandel- und Jojobaöl schenken der strapazierten Haut Pflege und Elastizität. In attraktiver Glasflasche mit Pump-Spender. Es war mein absolutes Top-Produkt, das ich auch nach der Schwangerschaft noch weiter verwendet habe. Es hat sich einfach immer sehr nach Wellness und Gemütlichkeit angefühlt.

Das Weleda-Öl gibts hier für knapp 30 Euro im Doppelpack: https://amzn.to/3GHnoyk *

Test: Burt’s Bees Natürliches Mama Pflegeöl gegen Dehnungsstreifen 

Von diesem Öl habe ich eine Flasche verbraucht und fand es ähnlich gut wie das Weleda Öl. Da es sehr frisch nach Zitrone riecht, fand ich es besonders an den heißen Tagen im Hochsommer sehr angenehm. Auch hier gibts keinen klebrigen Film auf der Haut (den haben übrigens viele andere Öle, die ich hier nicht vorstelle), dafür verleiht es der Haut einen strahlenden Glanz und lässt sie sehr gesund aussehen. 

Mit ebenfalls etwa 15 Euro spielt es in der gleichen Preisklasse wie das Weleda-Öl, ist im Einzelhandel aber oft etwas teurer. 

Burt’s Bees Pflegeöl, 115 ml, hier ansehen: https://amzn.to/3VqkL81 *

Test: Hipp MamaSanft Massageöl für den Babybauch

Von diesem Öl hatte ich (leider) nur eine Probe, die jedoch auch einen Moment gehalten hat. Der Name hält, was er verspricht. Das Öl ist so unglaublich sanft – in jeder Hinsicht: Es trägt sich total sanft auf, es riecht ganz dezent und sanft, zieht schnell ein und hinterlässt ein angenehmes Hautgefühl, die Haut wird sehr sanft 🙂  Das Öl empfehle ich vor allem Frauen mit sehr sensibler Haut. Ich liebe den Geruch von Hipp-Pflegeprodukten und habe deshalb auch sämtliche Pflegeprodukte fürs Baby von Hipp gekauft. 

Das Produkt gibts für unter 8 Euro – ist also das Schnäppchen meiner Top-Favoriten.

Hipp Mama Sanft Massage-Öl hier ansehen und kaufen: https://amzn.to/3OJDXLZ *

Schwangerschaftsstreifen entfernen – was du tun kannst!

Es ist in der Tat sehr schwierig, bereits entstandene Risse in der Haut, wieder loszuwerden. Es sind wie Narben. Ganz besondere Narben, die dich an ein sehr wundervolles Ereignis im Leben erinnern. Das möchte ich hier betonen, denn Schwangerschaftsstreifen sind nichts Schlimmes – wenn man gelernt hat, sie zu akzeptieren. Trotzdem kann ich es nachempfinden, wenn sich eine Frau damit unwohl fühlt und etwas dagegen unternehmen möchte. Du kannst versuchen, ihre Erscheinung weitestgehend zu minimieren.

Meine Tipps für die Pflege der betroffenen Dehnungsstreifen:

  • Weiter pflegen! Die Schwangerschaft ist vorbei und somit lässt du deinen Bauch links liegen? Bitte nicht. Kümmere dich weiter um ihn und schenke ihm mit den genannten Ölen etwas Pflege.
  • Massagen, Zupfen etc.: Fördere die Durchblutung, sodass sich die Haut nach der Schwangerschaft bestmöglich zurückbilden kann.
  • Wechselduschen sind mein persönliches Geheimnis für straffe, pralle Haut, die sich einfach gut anfühlt. Fördert ebenfalls die Durchblutung.
  • Wasser! Und zwar nicht auf die Haut, sondern unter die Haut. Trinke täglich 2-3 Liter stilles Wasser, damit deine Haut an Elastizität gewinnt und sich regenieren kann.

Natürlich habe ich auch ein Produkt ausprobiert, dass meine entstandenden Schwangerschaftsstreifen minimieren sollte. 

Test: Bi-Oil Pflegeöl bei Dehnungsstreifen & Narben

Ich kann bestätigen, dass die etwas größeren, breiten Schwangerschaftsstreifen an meiner seitlichen Hüfte kaum noch sichtbar sind. Ob es das Öl oder eine gute Regeneration und Pflege  war, kann ich nicht sagen, aber ich kann dieses Öl dennoch sehr empfehlen. Es macht superzarte Haut und viele Frauen schreiben in den Bewertungen, dass es ihre Narben sichtbar ausgeblichen hat. 

Die Flasche mit 125ml liegt bei 15 Euro, was ich fair finde.

Das Bi-Oil Pflegeöl findest du hier: https://amzn.to/3Ev91u4 *

Schwangerschaftsstreifen behandeln lassen

Neben der reinen Pflege mit Öl und Cremes gibt es weitere – vermutlich effektivere – effektivere Methoden, um Dehnungsstreifen in der Haut zu entfernen. Ich habe diese Anwendungen keinem Test unterzogen, da ich mit Ölen, Cremes und Bürsten gut zurecht kommen. Ich möchte sie dir aber dennoch hier vorstellen.

Hautrisse lasern lassen

Bei der Laserbehandlung dringen winzige Lichtblitze in die Haut ein und regen das Collagen an. Es bildet sich dadurch neues, gesundes Gewebe. Berichten zufolge ist das die effektivste, aber auch aggressivste Methode gegen Dehnungsstreifen. Preise für die Behandlung liegen bei mehreren hundert Euro.

Microneedling bei Schwangerschaftsstreifen

Ein Dermaroller mit winzigen Nadeln wird über die betroffenen Stellen gerollt, die danach mit Wirkstoffen behandelt werden. Die Micronadeln können dadurch tief in die Haut eindringen und so das Gewebe stärken. Somit wird die Regeneration der Haut beschleunigt. Öle und Cremes können deutlich effektiver wirken. Es ist dabei wohl nur ein leichtes Pieksen zu spüren.

Es gibt auch Dermaroller für die Gesichtspflege, die man für Dehnungsstreifen zweckentfremden kann. Eine Freundin von mir schwört darauf, werde es vielleicht auch einmal testen. Die Bewertungen sind durchweg positiv.

Hier findest du ein gutes Dermaroller-Set zum guten Preis: https://amzn.to/3AKwEhl *

Schwangerschaftsstreifen mit Ultraschall behandeln

Eine deutlich sanftere Methode: Durch die Schwingungen des Ultraschalls entstehen Lufträume in der Haut, die der Regeneration dienen und die Durchblutung fördern. Pflegeprodukte können viel besser aufgenommen werden. Wie bei anderen Behandlungen sind meist mehrere Sitzungen nötig, um sichtbare und nachhaltige Effekte zu erzielen.

Dehnungsstreifen an der Brust nach Schwangerschaft

Ob durch die Schwangerschaft, das Stillen oder eine Gewichtszunahme: Die weibliche Brust neigt aufgrund ihres Gewichts schnell dazu, Risse zu produzieren – und das gar nicht zu unserer Freude. Genau wie Schwangerschaftsstreifen am Bauch, am Po oder den Oberschenkeln solltest du sie weiterhin pflegen – sowohl von innen wie von außen. Siehe dazu meine Tipps hier.

Dehnungsstreifen an den Oberschenkeln

Hautrisse an den Oberschenkeln entstehen auch gerne mal ganz ohne Schwangerschaft. Bei mir bereits in der Pubertät. Dennoch haben sie sich nach dem Schwangersein noch vermehrt. Ich hatte sie nicht wie den Babybauch regelmäßig geölt und gebürstet – und ärgere mich darüber ein wenig. Einmal da, bleiben sie auch. Aber: Man kann sie behandeln und sie zumindest minimieren und optisch der normalen Haut etwas angleichen. Dafür empfehle ich dir meine Tipps hier.

Neben Schönheitsfehlern wie Schwangerschaftsstreifen solltest nach einer Geburt unbedingt deinen Beckenboden wieder fit machen. Dazu habe ich folgende Tipps für dich:

Liebeskugeln: Beckenboden nach Geburt trainieren leicht gemacht

Hula Hoop: Beckenboden trainieren und mit Spaß abnehmen

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